Arme Statistiken

Ich habe schon Mitleid mit den Statistiken. Immer wird auf sie geschimpft, wobei sie doch gar nichts dafür können. Sie enthalten ja nur die Zahlen. Die lügen auch nicht, Statistiken lügen nicht. Fraglich ist nur, wie man sie interpretiert und wie genau und durchdacht die Messmethode ist, sprich: auch, wie man fragt.

Es macht einen Unterschied ob man fragt: “Können Sie sich vorstellen $Bullshit zu wählen?” oder ob man fragt ob man $Bullshit diesen Sonntag wählen wird. Das ist schon so zu fragen, ob man gegen Kinderpornos ist und damit die Frage beantwortet wer gegen bzw. für Netzsperren sei.

Nur – wie macht man sowas plastisch? Ein gutes Beispiel habe ich bei Symantec gefunden. Dort wird analysiert was die “Kinder” so alles anklicken, was sie suchen, wie lange Sie auf welchen Seiten sind. Und das alles mit deren OneFamiliy Software.

So kommt Symantecs Studie zu dem Schluss, dass nach den bösen Seiten Youtube, Google und Facebook häufiger gesucht wird als nach “Sex”. Aber immerhin – Sex ist auf den 4. Platz der Suchbegriffe gekomm en- ergo ist es schon gefährlich was die Kinder da so suchen. Und überhaupt, früher, also vor dem Internet, da hat sich natürlich niemand über Sex informiert…

Aber egal, Symantec jedenfalls schreibt folgendes: “Symantec has identified the top searches conducted by kids online this summer through its family safety service [...]“. Sie haben also die Suchen der Kinder untersucht.

Dabei haben die “researcher” wohl vollkommen nicht in Betracht gezogen, dass vielleicht nicht nur Kinder vor einem PC sitzen auf dem deren Software installiert ist. Die Vorstellung eines modernen Kindes muss in deren Gehirn aber recht merkwürdig sein. Aber gut, dass könnte jetzt natürlich auch erklären warum dann die ein oder andere Technologie / Idee eben am Markt vorbei geht.

Was beruhigend ist: Kinder suchen häufiger nach Country Sängern (Platz 19) und versuchen sich deutlich häufiger zu bilden (Wikipedia Platz 14) als noch nackten Tatsachen (Porn = 6, Boobs = 28, Pussy = 72). Sex steht halt dennoch irgendwie auf Platz 4. Auch sind sie z.B. interessiert an der Monitoring Software an sich (Norton Safety Minder = 21), als auch an Routenplanung (Mapquest = 36).

Also irgendwie passen diese Kinder nicht so wirklich in ein kindliches Schema. Auch ist interessant, dass die Kinder mehr nach konkreten Songs suchen, als nach nackten Tatsachen. Bei der Erhebungsmethode  und der anschliessenden Datenaufbereitung ist das wirklich erstaunlich.

Wenn man sich also diese Statistik ansieht fragt man sich nur: “Warum sollte ich diese Software kaufen?”. Schliesslich scheinen die Kinder noch alle ganz normal zu sein. Die, die skeptisch sind, können sich natürlich auch fragen ob sie der Statistik trauen können. Die absoluten Zahlen wären hier schon interessant, zumindest hätte man die Datenmasse auch nicht in der Darstellung künstlich auf Ordinalskalenniveau reduzieren müssen…. wobei, so kleine Unterschiede und so wenig Testdichte pro Item würden dann vermutlich doch auffallen…..

Quelle: http://onlinefamilyinfo.norton.com/articles/schools_out.php

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Autor: RealSatiriker
Datum: Montag, 17. August 2009 14:30
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Ein Kommentar

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